Was ist Metro Ethernet?
Metro Ethernet ist eine auf Ethernet-Standards basierende Technologie für städtische Netzwerke (MAN), die zur Vernetzung mehrerer Standorte in einer Stadt oder einem Ballungsraum dient. Sie bietet eine skalierbare und kostengünstige Lösung zur Verbindung von Geschäftsstandorten, Rechenzentren und anderen Einrichtungen innerhalb eines Ballungsraums.
Ursprünglich für lokale Netzwerke (LANs) entwickelt, hatte Ethernet einst eine begrenzte Reichweite und Bandbreite. Inzwischen hat es sich zu Carrier Ethernet weiterentwickelt, das die Übertragung über große Entfernungen mit hoher Bandbreite unterstützt und sich somit für Weitverkehrsnetze (WANs) eignet.
Metro Ethernet ist eine Anwendung von Carrier Ethernet im Ballungsraum und bietet typischerweise Datenübertragungsgeschwindigkeiten von 1 Mbit/s bis 10 Gbit/s, um den vielfältigen Anforderungen von Unternehmen und Dienstanbietern gerecht zu werden.
Wozu wird Metro Ethernet verwendet?
Wenn Sie ein Unternehmen oder ein Netzwerkdienstanbieter sind, können Sie Metro Ethernet in einem städtischen Netzwerk nutzen, um:
Verbinden Sie Ihre Geschäftsbüros oder Rechenzentren
Verbinden Sie Ihre Unternehmenswebsites mit dem Internet
Bereitstellung von IPTV, Videokonferenzen und anderen Kollaborationstools über Multicasting
Verbinden Sie Ihre Unternehmensstandorte mit Cloud-Diensten.
Bieten Sie Internetanschlüsse für Geschäftskunden oder Privatkunden an, wenn Sie ein Internetdienstanbieter (ISP) sind.
Bieten Sie mobile Backhaul-Dienste an, wenn Sie ein Mobilfunkanbieter sind.
Mit anderen Worten: Sie können alle Ihre Standorte in einer Stadt über ein einziges, skalierbares Netzwerk mit dem Internet und der Cloud verbinden.

Gängige Metro-Netzwerkarchitekturen
Heutzutage werden U-Bahn-Netze typischerweise mit einem der folgenden Ansätze gebaut:
Reines Ethernet: Kostengünstig, aber mit Zuverlässigkeitsproblemen behaftet; geeignet für kleinere Installationen.
OTN: Effizient, wenn bereits eine OTN-Infrastruktur vorhanden ist; begrenzte Flexibilität bei der dynamischen Bandbreitenzuweisung.
Ethernet über MPLS: Sehr zuverlässig und skalierbar; wird häufig von großen Serviceprovidern genutzt, ist aber kostspielig.
Ethernet über DWDM: Die flexibelste und effizienteste Option – maximale Glasfaserkapazität bei gleichzeitig skalierbarem Servicewachstum.
Welche Vorteile bietet Metro Ethernet für Unternehmen?
Metro Ethernet bietet eine überzeugende Reihe von Vorteilen, die auf die Anforderungen moderner Netzwerke zugeschnitten sind:
Hohe Geschwindigkeit: Metro Ethernet bietet eine hohe Bandbreite und ermöglicht so eine schnelle Verbindung mit geringer Latenz.
Serviceflexibilität: Bietet vielseitige Unterstützung für verschiedene Servicearten und Transportarten.
Betriebssicherheit: Gewährleistet die Netzwerkintegrität durch Ethernet OAM für proaktive Fehlererkennung, Berichterstattung und Leistungsmanagement.
Wirtschaftliche Effizienz: Reduziert die Komplexität und vereinfacht die Wartung, was zu geringeren Investitions- und Betriebskosten im Vergleich zu herkömmlichen WANs führt.
Garantierte Leistung: Bietet ausgefeilte QoS-Steuerungen – wie Klassifizierung, Überwachung und Zeitplanung – zur Priorisierung kritischer Anwendungen.
Zukunftssichere Skalierbarkeit: Ermöglicht eine reibungslose Bandbreitenerweiterung von 1 Mbit/s auf 10 Gbit/s und somit flexible, schrittweise Kapazitätserhöhungen mit minimalen Infrastrukturänderungen.

Metro-Ethernet-Anschlussoptionen
E-LINE: Wird üblicherweise als Punkt-zu-Punkt-Verbindung bezeichnet und verbindet Punkt „A“ mit Punkt „B“.
E-LAN: Normalerweise als Multipoint-to-Multipoint-Verbindung bezeichnet, kommuniziert jeder Standort mit einem anderen, ohne die Zentrale zu durchlaufen.
ETREE: Üblicherweise als Hub-and-Spoke bezeichnet, müssen alle Verbindungen das Hauptquartier passieren, bevor sie ihr endgültiges Ziel erreichen.
MPLS Layer 3 VPN: Nutzt ein Peer-to-Peer-Modell über ein Border Gateway Protocol (BGP) zur Verteilung von VPN-bezogenen Informationen. Routing-Informationen werden an Dienstanbieter ausgelagert.

Intelligentes Risikomanagement
Metro Ethernet ermöglicht intelligentes Risikomanagement durch logische Partitionierung. Mehrere Netzwerkfunktionen arbeiten unabhängig voneinander in einem einzigen Gehäuse und sind betrieblich, funktional und administrativ voneinander isoliert. Durch die Aufteilung eines physischen Systems (z. B. eines Breitband-Netzwerk-Gateways) in separate logische Instanzen werden Ausfälle eingedämmt. Diese Partitionen teilen sich lediglich physische Ressourcen (Gehäuse, Platz, Stromversorgung), nicht aber die Steuerungs- oder Datenebene. Dadurch wird verhindert, dass lokale Probleme zu großflächigen Ausfällen führen.
Wie funktioniert Metro Ethernet?
Metro Ethernet schafft Konnektivität im Metropolenmaßstab durch die Verbindung von Switches und Routern über Glasfaser und unterstützt sowohl Punkt-zu-Punkt- als auch Punkt-zu-Mehrpunkt-Dienste.
Netzwerkarchitektur:
Kernnetzwerk: Nutzt Hochgeschwindigkeits-Backbone-Routing, üblicherweise basierend auf Multi-Protocol Label Switching (MPLS), um einen schnellen und zuverlässigen Datentransport im gesamten Metropolgebiet zu gewährleisten.
Aggregations-/Verteilungsnetz: Verbindet das Kernnetz mit lokalen Bereichen und nutzt dabei häufig Zugangstechnologien wie passive optische Netze (PON), DSL oder drahtlose Mikrowellenverbindungen.
Zugriffsschicht: Umfasst Kundengeräte (z. B. optische Netzwerkterminals oder Business-Router), die als letzte Verbindung zu den Endgeräten dienen.
Die physische Topologie des Netzwerks ist flexibel gestaltet, um dem jeweiligen eingesetzten Servicemodell gerecht zu werden.